Naturwissenschaft und Theologie

Historisches

Bis zum Auftreten der Naturwissenschaften im 17. Jahrhundert hatte die mittelalterliche scholastische Theologie den Anspruch erhoben, sozusagen die ganze Wirklichkeit erfassen zu können. Es gab keinen Bereich des Lebens außerhalb der Zuständigkeit der Theologie.

Im Mittelalter galt das aristotelisch-thomistische Weltbild, das Thomas von Aquin aus theologischen Elementen und aus philosophischen Elementen der Aristoteles formuliert hatte. In diesem Weltbild bildete die Erde den Mittelpunkt des Universums. Nach den damaligen kirchlichen Vorstellungen war der Raum zwischen Erde und Mond von 3 Sphären erfüllt, der Wasser-, Luft- und Feuersphäre. Jenseits dieses Raumes lagen drei von Gott geschaffene Himmel. Zuerst kam der Sternenhimmel, dann der Kristallhimmel und zuletzt der feurige Himmel, in dem die Heiligen und Engel wohnten. Die Region Gottes lag jenseits der drei göttlichen Himmel.
Man war der Überzeugung, dass die Himmelskörper aus Ätherstoff, dem 5. Element, bestehen würden. Den Himmelskörpern wurden göttliche Eigenschaften zugesprochen, nämlich vollkommene Formen und Bewegungen.

Dies alles wurde durch die astronomischen Entdeckungen des Galileo Galilei komplett in Frage gestellt. Mit einem einfachen Fernrohr hatte er nämlich verschiedene Beobachtungen gemacht:

Die Mondoberfläche hat eine bergige Struktur.
Es gibt Flecken auf der Sonne.
Der Jupiter wird von Monden umkreist.

Allein schon die Beobachtung der Mondoberfläche war ein überzeugender Beweis für die Unsinnigkeit des bisherigen Weltbildes. Die astronomischen Entdeckungen Galileis erregten sofort großes Aufsehen in breiten Kreisen der Öffentlichkeit. Verschiedene jesuitische Mathematiker des Collegium Romanum bestätigten zunächst die Beobachtungen Galileis.
Massiver Widerstand kam vor allem von der sogenannten Florentiner Gruppe um den Philosophen Lodovico delle Colombe, der an der Überzeugung festhielt, dass Himmelskörper vollkommene Sphären haben müssten. Florentinische Dominikaner beschuldigten Galilei, das kopernikanische Weltbild zu vertreten. Kopernikus hatte schon zu Beginn des 16. Jh. ein neues Weltbild postuliert, in dem sich die Planeten in kreisförmigen Bahnen um den Mittelpunkt Sonne bewegen. Galilei wurde eine unrechtmäßige Auslegung der Heiligen Schrift unterstellt, was im Zeitalter der Gegenreformation eine schwerwiegende Anklage war.
1616 erließ die päpstliche Indexkongregation eine scharfe Zensur gegen kopernikanische Schriften. 1632 veröffentlichte Galilei eine Schrift mit dem Titel „Dialogo“, in der er vehement für die Richtigkeit des Kopernikanischen Weltbilds eintrat. Daraufhin musste Galilei
1633 vor der Inquisition erscheinen und wurde zur Abschwörung des kopernikanischen Weltbildes gezwungen. Trotz seiner Abschwörung wurde er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und starb 1642 unter Hausarrest.

Der Fall Galilei ist wahrscheinlich das prominenteste Beispiel für den Konflikt zwischen der starren Autorität der Kirche und dem wissenschaftlichen Fortschritt. Ein weiteres prominentes Opfer war Giordano Bruno, der im Jahr 1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Er betrachtete das heliozentrische Weltbild als unumstößlich und ging davon aus, dass das Weltall unendlich sei und aus unendlich vielen Sonnen, Planeten und sogar Lebewesen bestehe. Die römische Inquisition hielt ihm Folgendes vor: Identifizierung des heiligen Geistes mit der Weltseele, Leugnung der Dreifaltigkeit, der Jungfräulichkeit Mariens, der von Jesus gewirkten Wunder und vor allem die Behauptung der Ewigkeit und Pluralität der Welten.

Nachdem Galilei die „heilige“ Welt der Himmel säkularisiert hatte, wurde etwas später der ganze anorganische Kosmos zur Sache der Naturwissenschaften durch die klassische Physik Newtons.

Ein weiterer Schlag gegen theologische Vorstellungen erfolgte durch die Evolutionstheorie Darwins. In dieser ist der Mensch nicht die Krone der Schöpfung, sondern eben nur eine Art im Strom der Evolution. Auch kirchliche Ansichten über das Alter der Erde wurden restlos über den Haufen geworfen. Im Jahr 1650 hatte der anglikanische Erzbischof James Ussher eine Zeitgeschichte des alten Testaments veröffentlicht, in der er die Entstehung der Erde auf den 23.10.4004 vor Christus datierte.
Bereits im 17.Jh. begann man sich für Fossilien zu interessieren und versuchte zunächst die Funde mit der Zeitrechnung Usshers in Einklang zu bringen, was sich zunehmend als unsinnig erwies. Nach und nach musste das Alter der Erde immer mehr nach oben korrigiert werden.

Die Entdeckung der Evolution der Arten durch Darwin hat in der Vergangenheit für erheblichen Aufruhr in kirchlichen Kreisen gesorgt und tut dies teilweise heute noch. Man kann aber historisch nicht behaupten, dass nur die Kirche Schwierigkeiten mit Darwins Theorie hatte.

1925, rund 50 Jahre nach Darwins Tod, fand in Tennessee in den US-Südstaaten der berühmte Affenprozess statt, in dem ein Lehrer zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde, weil er es gewagt hatte, im Biologie-Unterricht die Evolutionstheorie zu lehren. Die wörtliche Interpretation der biblischen Schöpfungsgeschichte wird als Kreationismus bezeichnet. Dieser ist vor allem bei fundamentalistischen Christen in den USA verbreitet.
Es gab sogar Bestrebungen, den Kreationismus zum Stoff im Biologie-Unterricht zu machen, insbesondere unter der Präsidentschaft von G.W. Bush.

Im Jahr 2008 hat sich die anglikanische Kirche Englands öffentlich bei Darwin für ihren „anti-evolutionären“ Eifer entschuldigt. Der Ur-Ur-Enkel Darwins, Andrew Darwin, bezeichnete die Entschuldigung als sinnlos. Tatsächlich schien es sich mehr um einen Machtkampf in der Kirchenspitze zu handeln, da verschiedene anglikanische Bischöfe aus Amerika und Afrika eine andere Meinung hatten.
Papst Johannes Paul II. hatte 1996 anerkannt, dass die Evolutionstheorie offensichtlich deutlich mehr sei als eine lediglich spekulative Hypothese. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat die Evolutionstheorie 2005 erneut attackiert. Sie sei „Ideologie statt Wissenschaft“; er attestierte ihr ein „Aufgeben und Abdanken der menschlichen Intelligenz“. Dies weist auf das amerikanische „Discovery Institute“ hin, einen der aktivsten evangelikal-fundamentalistischen Befürworter des Kreationismus.

Am 12. April 2007 konnte man in Spiegel.de nachlesen: „Papst weist Naturwissenschaft in die Schranken“. Im Augsburger Sankt Ulrich Verlag war ein Buch mit dem Titel „Schöpfung und Evolution“ erschienen, in dem auch Papst Benedikt XVI. zur Frage Stellung nahm, wie die Erkenntnisse der modernen Biologie ins christliche Weltbild passen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP behauptete der Papst, die Evolutionstheorie sei keine vollständig wissenschaftlich bewiesene Theorie.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Theologie im Laufe der Geschichte immer mehr „Zuständigkeitsbereiche“ an die Wissenschaft abtreten musste. Selbst das Innenleben des Menschen wurde durch die Tiefenpsychologie Freuds wissenschaftlich ergründet, die Relativitätstheorie Einsteins stellte sogar die Eigenständigkeit von Raum und Zeit in Frage.

Die wissenschaftliche Entwicklung der Medizin wurde durch die Kirche im Mittelalter massiv behindert, was dazu führte, dass das medizinische Niveau und der Kenntnisstand weit unter dem der Antike lagen. Ärzte hatten allenfalls aufgrund des Studiums alter Schaubilder vage Vorstellungen vom Aufbau des Körpers.

Die Kirchenväter Tertullian (155 – 222) und Augustinus (354 – 430) hatten eine ausgesprochen sektionsfeindliche Haltung. Augustinus verdammte die Anatomen aufs Schärfste und sprach ihnen die Fähigkeit ab, jemals die wahre Harmonie des menschlichen Körpers erfassen zu können. Papst Bonifaz VIII. verbot 1299 das Zerstückeln und Auskochen menschlicher Leichen. Obwohl sich die päpstliche Bulle nicht auf anatomische Lehrsektionen bezog, wurde sie immer wieder dazu benutzt, der Abneigung gegen die Sektion eine scheinbare Berechtigung zu geben. Erst Papst Sixtus IV. (1471 – 1484) erlaubte ausdrücklich das Studium der Anatomie an menschlichen Leichen.

Wissenschaftler und Kirche

Interessant ist die Frage, welche Einstellung prominente Naturwissenschaftler zur Kirche hatten oder haben.

Johannes Kepler studierte zunächst selbst Theologie, bevor er sich der Mathematik und Astronomie widmete. Als er später seine naturwissenschaftliche Arbeit vorantrieb und zugleich seine eigenen theologischen Gedanken entwickelte, kam er wiederholt in Konflikt mit der lutherischen Kirche. Er wandte sich mehr und mehr der Mystik zu und fand seinen Halt in der Harmonie der Natur, aber nicht mehr in den Dogmen der Kirche. Auch Charles Darwin war ursprünglich Theologe und kam später als Naturwissenschaftler mit der offiziellen Kirche seiner Zeit in Konflikt. Im Gegensatz zu Kepler wurde Darwin nicht zum Mystiker, sondern zum Agnostiker.

Eine Tendenz zur Mystik war nicht nur bei Kepler zu beobachten, sondern auch bei einer Reihe von Naturwissenschaftlern des letzten Jahrhunderts, wie etwa Albert Einstein, Niels Bohr, Edwin Schrödinger und Fritjof Capra. Albert Einstein sprach davon, dass das „cosmic religious feeling“ oder das Gefühl einer erstaunlichen Ordnung und rationalen Struktur im Universum der Beweggrund der naturwissenschaftlichen Forschung sei. Zu seiner religiösen Grundeinstellung sagte er Folgendes: „Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Zeit und Raum begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als etwas vom übrigen getrenntes – eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unsere persönlichen Bedürfnisse und die Zuneigung zu einigen uns nahe stehenden Personen einschränkt. Es muss unsere Aufgabe sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Kreis unseres Mitgefühls ausweiten, so dass es alle lebenden Geschöpfe und die gesamte Natur in ihrer Schönheit umfasst.“

Auch von Max Planck ist hinreichend bekannt, dass er ein Gottesbild hatte, das nicht theologisch geprägt war. Er sagte sinngemäß: Es gibt keine Materie an sich... Geist ist der Urgrund aller Materie. Der Unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre.
Nach einer Umfrage der amerikanischen National Academy of Sciences bei ausgewählten Topwissenschaftlern bezeichneten sich im Jahr 1998 72,2 Prozent als Atheisten, 7 Prozent glaubten an Gott und 20,8 Prozent waren Agnostiker. Einen großen Einfluss auf dieses Ergebnis scheint aber das Einkommen gespielt zu haben. Generell wurde beobachtet, dass ab einem Jahreseinkommen von über 150.000 Dollar die Menschen weniger an Gott glaubten.

Kirche und Wissenschaft heute

Gentechnik

Am 10. und 11. März 2008 war in verschiedenen Nachrichtenagenturen nachzulesen, dass die katholische Kirche sieben neue Todsünden benannt habe. Darunter fallen z.B. Handel und Konsum von Drogen, Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Umweltverschmutzung und eben auch die Genmanipulation. Umso mehr verwundert es, dass am 29.03.2007 in Transkript Nr. 4 nachzulesen war, dass eine kircheneigene Firma, die Gero AG, 35 Mio. Euro in den Aufbau des Bioparks Gatersleben steckt, einem Vorzeigeprojekt für die umstrittene grüne Gentechnik. Zugleich soll der Pflanzenzucht-Standort Gatersleben auch Standort sein für einen ethischen Gesprächskreis mit Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche, mit Wissenschaftlern und interessiertem Publikum, um die Diskussion um die grüne Gentechnik voranzubringen.

Die katholische Amtskirche lehnt viele Anwendungen der medizinischen Gentechnik am Menschen ab, scheint aber offensichtlich deutlich weniger Skrupel gegenüber der Agrogentechnik zu haben. Unwillkürlich stellt man sich die Frage, ob die katholische Kirche selbst formulierte Todsünden begehen darf.

Stammzellforschung

Auch hier ist die Position der großen Kirchen wenig einheitlich. Die Position der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu embryonalen Stammzellen ist eher zwiespältig. Zwar erklärte sie im November 2007: Die Synode der EKD bekräftigt, dass die EKD die Zerstörung von Embryonen zur Gewinnung von Stammzelllinien für die Forschung ablehnt. Die Forschung an bereits bestehenden Stammzelllinien wird damit jedoch nicht zwingend ausgeschlossen.

Es gibt offensichtlich weit abweichende Meinungen der einzelnen Bischöfe. Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, sagt sinngemäß: Die Forschung an embryonalen Zellen ist solange zulässig, wie sie den Fortschritt bei der medizinischen Anwendung von adulten Stammzellen vorantreibt. Den möglichen Heilerfolgen bei schwerkranken Menschen wird zumindest zeitweise eine höhere Priorität eingeräumt als dem Lebensrecht eines fünf Tage alten Embryos. Der württembergische Bischof Frank Ottfried Juli fürchtet die langfristigen Folgen, sollte die Verwendung von embryonalen Zellen gesellschaftlich akzeptiert werden. Es gibt in der evangelischen Kirche Äußerungen verschiedener Bischöfe, die aber ausdrücklich als persönliche Meinung dargestellt werden. Eine einheitliche Position wird in der evangelischen Kirche nicht angestrebt, die moralische Wertung wird letztendlich den Gläubigen selbst überlassen...

Zum Selbstverständnis der päpstlichen Akademie der Wissenschaften sagte Papst Johannes Paul II. am 31.10.1992 unter Punkt 8 einer Ansprache:

... Es ist eine Pflicht der Theologen, sich regelmäßig über die wissenschaftlichen Ergebnisse zu informieren, um eventuell zu prüfen, ob sie diese in ihrer Reflexion berücksichtigen oder ihre Lehre anders formulieren müssen...

Die Frage stellt sich hier zwingend, ist denn die Lehre der Theologen eine Wahrheit, wenn sie ständig angepasst werden muss?

In einem Interview in der Wirtschaftswoche vom 19.12.2008 äußerte sich Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, zu verschiedenen die Wissenschaft betreffende Fragen. Er sagte z.B., lebte der Apostel Paulus heute, würde er im Internet surfen; auch gegenüber der Biotechnologie zeigte sich der Erzbischof aufgeschlossen: „Ja, wir brauchen die Forschung, wenn sie Pflanzen widerstandsfähig macht und den Menschen mehr Nahrung bringt.“ Zur ursprünglichen kirchlichen Position „Wir dürfen die Schöpfung nicht verändern“ sagt Zollitsch: „Ich halte es mit Martin Heidegger, der gesagt hat, der Mensch sei der Hirte des Seins. Für mich heißt das: Wir sollen die Schöpfung bewahren und zugleich dafür sorgen, dass sie sich zum Wohle der Menschen weiterentwickelt.“

Kommentar:
Anscheinend ist die Schöpfung unvollkommen und muss vom Menschen weiterentwickelt werden. Die katholische Kirche weiß anscheinend, wo es langgeht.

Papst Benedikt XVI. und die Wissenschaft

www.welt.de, 03.12.2007
Papst Benedikt glaubt nicht an die Wissenschaft
Die Wissenschaft kann nach den Worten von Papst Benedikt XVI. den Menschen nicht erlösen. „Der Mensch wird durch die Liebe erlöst, die das persönliche und soziale Leben gut und schön macht“, sagte er beim Angelusgebet auf dem Petersplatz. Die Wissenschaft habe zwar viel zum Wohl der Menschheit beigetragen, aber im Zuge ihrer Entwicklung dann auch Glaube und Hoffnung immer mehr in den Bereich des Privaten gedrängt...

Focus Online.de, 15.01.08
Papst Benedikt XVI. an der Uni unerwünscht
Nach anhaltenden Protesten hat Papst Benedikt XVI. einen geplanten Besuch an der römischen Universität La Sapienza abgesagt. Professoren und Studenten werfen dem Papst reaktionäre Ansichten gegenüber der Wissenschaft vor.

SpiegelOnline, 05.09.08
Organspender Papst Benedikt XVI. „Ein Akt der Liebe“
Ist der Hirntod wirklich das Ende des Lebens? Ausgerechnet die offizielle Vatikan-Zeitung hat in Italien einen heftigen Streit um Transplantation losgetreten – und das, obwohl gerade Papst Benedikt XVI. ein Organspender aus Überzeugung ist...

Katholisch.de, 09.02.08
Papst fordert „mehr Frauenforschung“
Vatikanstadt – Papst Benedikt XVI. wünscht sich mehr wissenschaftliche Aufklärung über die Eigenarten weiblicher und männlicher Identität...

Tagesanzeiger, 27.03.2009
Fachmagazin: Papst verfälscht wissenschaftliche Fakten
Die Medizinzeitschrift „The Lancet“ hat Papst Benedikt XVI. vorgeworfen, mit seinen umstrittenen Äußerungen zum Gebrauch von Kondomen wissenschaftliche Tatsachen zu verfälschen...
Der Papst hat auf seiner Afrikareise in den vergangenen Wochen erklärt, die Verteilung von Kondomen verschlimmere das Aids-Problem...

www.tagesspiegel.de, 04.01.2009
Vatikan: Anti-Baby-Pille macht Männer unfruchtbar
Die Anti-Baby-Pille hat nach Ansicht der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ desaströse Auswirkungen auf die Umwelt und die männliche Fortpflanzungsfähigkeit. Dafür gebe es „ausreichend Datenmaterial“...Die seit Jahrzehnten durch die Ausscheidungen von Frauen in Umlauf gebrachten „Tonnen von Hormonen“ provozierten nicht nur Umweltzerstörung...

Kirche und Atomenergie

www.katholisches-info, 01.08.2007:
Katholische Kirche: Ja zur Atomenergie, nein zu Atomwaffen
...Beim Angelusgebet am Sonntag hatte Papst Benedikt XVI. nicht nur die Hoffnung auf eine baldige Beseitigung der Atomwaffen geäußert, sondern auch auf die Vorteile der friedlichen Nutzung der Nukleartechnologie hingewiesen. Anlass für seine Äußerungen war der 50. Gründungstag der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA), diese überwacht weltweit die friedliche Nutzung von Kernkraft und fördert ihre zivile Verwendung. Der Heilige Stuhl war 1957 Gründungsmitglied der IAEA und hat seither einen Gesandten beim Sitz der Behörde in Wien. Benedikt XVI. zeigte sich seit den Anfängen des Pontifikates für die Atomfrage „empfänglich“, sagt Kardinal Martino.

Münsterlandzeitung, 22.02.99:
Christen fordern den sofortigen Ausstieg
Für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie und gegen weitere Castortransporte sind gestern mehr als 200 Demonstranten trotz strömenden Regens in Ahaus auf die Straße gegangen. Zum Sonntagsspaziergang aufgerufen hatten diesmal verschiedene christliche Gruppen: Pax Christi, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, die katholische Frauengemeinschaft und die katholische Studenten- und Hochschulgemeinde.

Tierversuche

...Auf Seite 609 des katholischen Katechismus steht in den Paragraphen 2415 bis 2418, dass diese "der Schöpfung, den Tieren, Pflanzen und leblosen Wesen" gewidmet sind. Ganze 25 Zeilen (!!!) bei einem Textumfang von 717 Seiten, ohne Registerseiten! Es steht da bei 2417: „Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten." Und es geht mit 2418 weiter: "Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos (?) leiden zu lassen und zu töten. Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig dem Menschen gebührt."...

Beim Gottesdienst zur Einweihung des neuen tierexperimentellen Zentrums der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen 2005 wurde den Zuhörern vorgespielt, dass sich die Tiere den Versuchen selbst zur Verfügung stellen würden. Der Wortlaut war damals sogar in der Financial Times in der Ausgabe vom 28. November 2005 abgedruckt: "Ich bin ein Geschöpf Gottes. Ich habe Gefühle. Manchmal habe ich keine Lust zu arbeiten. Manchmal liege ich auch nur so herum, weil ich große Schmerzen habe. Manchmal bin ich traurig, weil Mitglieder meiner Familie gestorben sind. Doch es geht mir gut, wenn ich so mein Zuhause anschaue, für das die Menschen so viel Geld ausgegeben haben. Nur für uns, die Versuchstiere. Wir stellen uns selber zur Verfügung. Tun unser Bestes für gute Ergebnisse. Das ist unser Beruf, unsere Aufgabe, dafür sind wir da. Es ist kein leichter Beruf, weil wir zum Schluss sterben müssen, für die Menschheit. Wir erwarten dafür Achtung, Behutsamkeit, Sorgfalt und Dank an Gott."...